Trauma & Generation

„Deine Aufgabe ist es nicht, die Liebe in dir zu suchen oder gar in einem anderen, sondern, die Hindernisse in dir selbst aufzuspüren und zu beseitigen, die dich am LIEBEN-LEBEN hindern!“

 

"Emotionales Erbe"

Aktuell ist es so, dass so gut wie / beinahe ALLE, die in Therapie kommen, vom Krieg betroffene Eltern haben - die sogenannten Kriegsenkel. Und diese sind durchaus ebenso stark betroffen - das ist leider so und faktisch.

Was damals seit der NS-Zeit durch Schriften einer Frau Haarer - Lungenfachärztin, im Auftrag der NS - die im übrigen auch noch, bis weit in die 90er Jahre hinein - von deutschen Jugendämtern empfohlen und - sozusagen förmlich - verbreitet wurden, hat heute massive Auswirkungen und zeigt eben diese auch in ihrer vollsten (fast schon vollendeten) Blüte. Die Ausmaße sind durchaus epidemisch, ja vielleicht sogar pandemisch anzusehen. Dies scheint auch der Grund zu sein, weshalb heute  so unglaublich viele Partnerschaften scheitern und Beziehungen und deren Gestaltung auch so ungeheuerlich schwierig sind.

„Traumatisierte Eltern,

die nicht gelernt haben, mit ihrem eigenen Stress-Erfahrungen umzugehen, geben diese Belastung zumeist ungefiltert an ihre Kleinsten weiter und das mit allen erdenklichen Folgen“.

Familiensysteme sind zerrüttet, Erbschaftskonflikte - in meiner Praxis an der Tagesordnung - mit manchmal unglaublichen Dynamiken, die dabei entstehen, aber auch alle anderen möglichen Konfliktpunkte spielen dabei eine Rolle. Die Forschung weiß heute, dass sich gerade diese ungelösten Dinge wie die Folgen des zweiten Weltkrieges, bis in die 7. Generation hinein auswirken - Machtdenken und Machtstreben, Turbokapitalisums verstärken das ganze dann noch.

Kinder dieser Generationen tendieren z.B. zu:

    • Aggression,
    • Depressionen und Angststörungen, ohne sichtbaren Anlass.

Das hat oft gravierende Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung und behindert oft auch eine gelingende Eltern- bzw. Paarbeziehung. Es ist schwer, besonders als Mann, anzuerkennen, dass etwas mit einem nicht stimmt, dass man nicht so frei ist, wie man es gern hätte. Ein erster Schritt ist dann das Anerkennen, dass sich was ändern muss. Wir dürfen unseren Kindern nicht unsere und die Last der letzten Generationen aufbürden. Wir können versuchen, den "Teufelskreis" zu brechen! Ein nächster Schritt ist, zu schauen: "WER WIR DENN EIGENTLICH SIND"

"Meine Mutter hat es mir vorenthalten, mich zu lieben"

Narzissmus: Kinder solcher Eltern sind ständiger Kritik, Gefühlskälte und Kontrollwut ausgesetzt und unterlegen. Viele der Betroffenen - und es sind aktuell Viele - kämpfen ihr Leben lang um die Zuneigung, die sie nicht bekommen haben. Das hat Auswirkungen, auf jeden einzelnen der Betroffenen, deren Nervensysteme und darüber hinaus auf die Zwischenmenschlichkeit und somit auch auf unseren gesamtgesellschaftlichen Umgang miteinander. Dies als Betroffener zu realisieren und dann auch benennen zu können ist ein sehr langer und zumeist auch schmerzvoller Weg - plötzlich steht man dann da, ist erwachsen, vieles geht schief, man fühlt sich völlig blockiert und weiß nicht, wie man leben oder lieben  soll, wie das geht. Dies zu verstehen - dass es ein Muster gibt - das emotionale Misshandlung heißt, ist zwar ein "Befreiungsschlag" - doch eine (Er-)Lösung ist das leider noch lange  nicht - wenn es sie jemals gibt.

Klar kann man Eltern oder Paarbeziehungen später meiden, auch über Jahrzehnte hinweg - und manchmal ist das auch gut so! - aber aus der Eltern-Nummer kommt man letztendlich ein Leben lang nicht mehr heraus und die Repräsentanzen der Eltern werden auch über den Tod dieser hinaus in sich getragen und so breiten sich die Geschichten letztendlich über Generationen hinweg aus und sie potenzieren sich zum Teil auch noch. Und...! Klar kann man weiter durchaus an dieser Stelle jetzt auch einmal darüber diskutieren - "…warum Eier legende Hühner unbedingt während des Befruchtungs- und anschließendem Legeprozesses Helme tragen sollten" - was dann schon auch mal lustig sein kann und dabei immer noch konfrontativ gedacht sein soll - zumindest von mir.

Im Grunde ist es also ganz einfach zu >>LIEBEN<< - indem man herausfindet und entdeckt, was einen selbst daran hindert und das ist und bleibt einfach nun mal unsere Vergangenheit und unsere Prägung. Wir brauchen die Geschichte, um mit ihr abzuschließen, damit wir dann letztendlich auch eine neue und bessere Geschichte eine glücklichere, zufriedenere, freiere und wieder mehr menschlichere machen können und so vielleicht in die Geschichte eingehen - nur etwas anders, verändert und vielleicht auch friedlicher als bisher - das wäre mein Herzenswunsch (für den ich sehr gerne arbeite) - anstatt sie nur weiter von einer Generation zur nächsten zu übertragen mit dem vollen Bewusstsein, dass es das einfach nicht bringen wird. In der Arbeit mit Paaren erlebe ich immer wieder, dass viele der Dinge, die Paare sich gegenseitig in Streitgesprächen an den Kopf werfen oder sich gegenseitig so servieren, Dinge sind, die möchten die Betroffenen die es sagen, im Grunde den eigenen oder auch den betreffenden Eltern sagen.

Hierfür gibt es spezielle professionelle Angebote wie "Generationen im Dialog" wo es darum geht, sich zu versöhnen, zu heilen und um zu wachsen - miteinander, aneinander. Leider ist es dort so, dass es im ersten Schritt einmal darum geht, für Sicherheit zu sorgen - im Ernst - so heftig sind die Dynamiken zum Teil. Der Aufwand für ein solches Setting ist durchaus enorm - dennoch, er lohnt sich - häufig! So ist es wenig verwunderlich, dass die betroffenen Eltern, oft erst mit ihren Enkelkindern in Kontakt treten - und die eigenen Kinder förmlich übergehen / überspringen - zu stark und voller Wut und Hass und Groll sind diese betroffenen Kinder - die schließlich unschuldig schuldig geworden sind, weil ihnen gar nichts anderes übrig geblieben ist, manchmal ein Leben lang und immer wieder, bis die Eltern... - einsehen, dass sie ihr Kind als Mülleimer gebrauchten, der ihnen unliebsam geworden ist, weil es ja auch wirklich stinkt - denn Schuld in den Augen dieser Eltern ist IMMER das Kind - das dabei als "energetischer Blitzableiter" dient! Sie selbst haben schließlich (im wohl doch begrenzten Rahmen ihrer Möglichkeiten) ALLES RICHTIG GEMACHT - also wieder RECHT & ALL-MACHT!

Transgenerationale Traumatisierung -

… wird sozial vererbt und Bindung ist zu 100% umweltbedingt - so hat es sich die Genforschung, wenn auch schmerzlich eingestanden, zumindest fast - sie wollen noch mal weiter suchen, weil sie es selbst noch nicht so ganz glauben können / wollen. Das Großhirn ist das Organ, das durch Beziehung und Interaktion und Erfahrung geformt wird - und wenn das  Großhirn "schief" geworden ist, dann ist das immer auf das Umfeld und die dort gemachten Erfahrungen zurück zu führen - also, weil unsere Gesellschaft schief geraten ist! Wenn im Gehirn was nicht stimmt, dann stellt sich am besten die Frage, was draußen schief gelaufen ist!

Zwischenmenschliche Traumata zeichnen sich eben dadurch besonders aus, dass das Leid von einem anderen Menschen zugefügt wird, wozu die unterschiedlichsten Formen von Gewalt, Krieg, Vertreibung, Vernachlässigung, existenzielles Verlassen, Herabsetzungen, Entwürdigungen, Demütigungen und sonstige seelische Grausamkeiten zählen - die dann noch weiter vererbt werden. Durch Zuschauen ahmen die Jungen die Väter nach und lernen dann zu prügeln, oder zu vergewaltigen - Frauen schweigen, aber auch andere Dinge - und selbst das von Frauen ausgehende Gewaltpotenzial steigt - bis hin dazu, wie die Forschung auch weiß - dass es zu genetischen An- oder Abschaltungen kommt.

Das Allerbeste, was dann Eltern einem betroffenen Kind noch sagen könnten: "Das entspringe alles seiner Phantasie"!

    • "Meine Mutter war sehr selbst bezogen - dem Alkohol zugeneigt und geistig immer abwesend..."
    • "Ich hatte immer Angst vor meinem Vater..."
    • "Meine Eltern waren im Dauerstress..."
    • "In der Schule habe ich das und das erlebt..."
    • "Gehorsam war oberstes Gebot und es galt zu funktionieren…"

so hören sich dann Aussagen der Betroffenen an. Die eigenen unverarbeiteten Traumata >>Schrecken der Kinderzimmer<< bei Mutter und / oder Vater, aber auch anderen Bindungspersonen wie Oma und / oder Opa - sowie der Personen die im professionellen Kontext mit den Kindern arbeiten hinterlassen unweigerlich ihre Spuren - das zu leugnen wäre meines Erachtens schon auch etwas doof. So weiß man zum Beispiel, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung das höchste genetische Loading von allen Persönlichkeitsstörungen aufweist - was meint, es lassen sich 70% der Ausprägung durch genetische Faktoren erklären.

    • Trauma verändert das Gehirn!
    • Auch, die vererbten / verleugneten / verschwiegenen Traumata!
    • Schweigen (traumatisiert) auch!
    • Familiengeheimnisse und Glaubenssätze wirken über den Tod hinaus.
    • Alles verschlimmert durch Machtstreben und Kapitalismus und Wettkampf.
    • Zusammen führt es dahin, dass dabei die gesamte betroffene Persönlichkeit fragmentiert mit seelischen, geistigen und körperlichen Folgen.
    • Geschieht und zeigt sich gerade aktuell auf breiter Fläche!

Vielleicht noch eine kurze Anmerkung - ich wusste nicht so recht, wo genau ich sie platzieren sollte - aber sie erscheint mir doch recht wichtig zu sein: "Ein Mensch, der anderen Leid zufügt, muss nicht automatisch KRANK sein - selbst, wenn man als Kind vom Vater geschlagen wird, ist der Vater nicht automatisch krank - sondern vielleicht einfach nur ein >>ÜBLER<< TYP (um es freundlich zu sagen - in Bayern kennt der eine oder andere noch andere Betitelungen hierfür).

Mhh… das gibt mir zu denken...

denn, wer ein Trauma nicht realisiert (verarbeitet und integriert) ist gezwungen, es zu wiederholen, oder es zu reinszenieren, innerlich wie äußerlich, was Pierre Janet bereits 1902 so äußerte und sagte.

Auch der Hirnforscher Gerald Hüther sagt in einem aktuellen Interview vom 24.10.2019 gegenüber Focus online: "Macht-Menschen wurden als Kinder nicht genug geliebt" - was zu einer Inkohärenz im Gehirn führt - und diese auch gerade auf breiter Fläche zum Tragen kommt. Ebenso sagt er auch, dass es eben aktuell noch nie dagewesene Chancen gibt, die genutzt werden möchten - auch und gerade die Digitalisierung wird dabei betont zu nutzen - "weil das sonst noch 3 Generationen dauert" - aber auch das Bildungssystem scheint eine äußerst wichtige Komponente zu sein und bedarf einem grundlegenden Überdenken der aktuellen Situation - klingt für mich auch irgendwie logisch hier anzusetzen - "Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, MÜSSEN wir bei den Kindern anfangen" (Mahatma Gandhi).

Was den Menschen gerade so sehr fehlt, sind zwei wichtige Grundbedürfnisse:

    1. DAZU GEHÖREN - DÜRFEN - also, sich als Teil einer Gesellschaft fühlen zu DÜRFEN - in der man sich aufgehoben weiß!
    2. ZEIGEN - DÜRFEN - Der Mensch will natürlich zeigen, was er drauf hat - dass er frei und autonom sein Leben gestalten kann - ohne bevormundet zu werden.

Das sind Grundvoraussetzungen dafür, dass Menschen ihr Potential entfalten können. Die wenigsten können mir davon in meiner Praxis nur annähernd berichten. Herr Hüther spricht dabei von "klebrigen Beziehungen" in denen so sehr viele Menschen gefangen sind und die danach streben, sich davon zu befreien. Warum? Nun, weil zu allem schon bestehenden Überdruss, dies dann auch noch Schmerzen verursacht. Und, weil der Mensch nur ein Schmerzzentrum besitzt, mit allen Folgen, wie bei körperlichen Schmerzen auch. Ja! - das tut weh!  Mit diesen "klebrigen Beziehungen", die sehr schädlich wirken, werden Abhängigkeitsbeziehungen gemeint, in denen wir andere brauchen und alleine außer Stande sind, das Leben ausrechend selbst zu gestalten - also, alles das, was in den bunten und schillernden Medien als das Ideal einer Beziehung - ja förmlich gefeiert - und in Schlagern besungen wird.

"Die Freiheit ist das Ziel", wie wir vielleicht schon wissen aus einem vorherigen Aufsatz - und dafür braucht es eben Menschen mit Stärke und Charakter (die wiederum nicht gerne gemocht werden in einer schwachen und abhängigen Gesellschaft) - Starke Persönlichkeiten, deren Ziel es ist, so frei zu sein, dass sie etwas zu geben haben, anstatt von anderen abhängig zu sein.

Und genau daran scheint es an zu vielen Stellen gerade zu fehlen - und das gesamtgesellschaftliche (wohl mehr globale)  Erbe unter Betrachtung der Kriegsgeschichte sollte bestenfalls weiter geleugnet werden. "Von Liebe keine Spur" - was das bedeutet...

Kinder - aber ich finde schon auch ein bisschen wir Erwachsenen (Kriegsenkel) - bräuchten mehr das Gefühl, gut zu sein, so wie sie sind, dann müssen sie weniger nach Bedeutsamkeit und Macht streben. Weg vom Objekt - hin zum Subjekt. Weg von müssen, hin zu wollen, dürfen und können. Immer, wenn jemand erleben muss, dass er zum Objekt eines anderen gemacht wird, führt das zu einer tiefgreifenden Verletzung der beiden oben beschriebenen Grundbedürfnisse.

    • Einer, der mich bewertet, reißt das Band der Verbundenheit durch.
    • Einer, der mir sagt, was ich tun soll, gibt mir keine Gelegenheit, mich als kreativen, autonomen Gestalter zu erleben. 

Leider ist es ein Grundmerkmal unserer Gesellschaft, dass wir unsere Kinder ständig als Objekte behandeln. Manche dieser Kinder finden eine Lösung, indem sie andere zu Objekten machen, für ihre Begehrlichkeiten, Vorstellungen, Anordnungen. Die Karriere eines Machtmenschen beginnt oft im Kindergarten, wenn er andere vor seinen Karren spannt. 

Zitat Hüther: "Das ist ein ganz langsamer Übergangsprozess. Ich sehe es ganz drastisch: Was wir gegenwärtig erleben, ist die zweite große Transformation in der Menschheitsgeschichte. Die erste war vor 10.000 Jahren die Sesshaftwerdung, mit der die hierarchischen Strukturen entstanden sind, in denen zwangsläufig ein Oberer einen Unteren zum Objekt macht. Heute ist die Welt so komplex, globalisiert, digitalisiert und alles ist so voneinander abhängig, dass die hierarchischen Ordnungsstrukturen nicht mehr funktionieren. Sie können nicht flexibel genug auf Veränderungen reagieren. Wenn das äußere Gerüst wegfällt, brauchen wir eine innere Struktur. Das heißt, wir müssen unseren Kindern einen inneren Kompass mitgeben, der ihnen hilft, sich selbst und andere nicht als Objekt zu behandeln. Jeder sollte selbst wissen, was er braucht, um glücklich zu sein - ohne dass andere ihm irgendetwas aufschwatzen."

"Klimawandel / Paradigmenwechsel"

Wir müssen unsere Erziehungs- und Bildungssysteme endlich so umbauen, dass da keine Bedürftigen mehr herauskommen, sondern selbstverantwortliche, befähigte, junge Menschen, die in der Lage sind, ihr Leben selbst zu gestalten und das gemeinsam mit anderen und anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Es geht zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte darum, dass Menschen Verantwortung für sich selbst übernehmen - und nicht mehr an Institutionen oder Personen abgeben. An anderer Stelle heißt es dann - "Wir müssen die Eltern erziehen, damit diese die Kinder wieder in den Mittelpunkt stellen, wohin sie auch gehören". Und dafür gibt es eben leider nun mal kein Patentrezept - ist ja erstmalig in der Geschichte der Menschheit.

Selbstverantwortungsbereitschaft und Veratnwortungsübernahme sind gefragt und das braucht wohl starke Persönlichkeiten, an denen es anscheinend mangelt!!! Lernen, konfliktfähig zu werden, und dann auch zu bleiben, selbst in schwierigen Situationen Widersprüche auszuhalten - um dann zu begreifen, dass LIEBE stärker ist als Hass und FRIEDEN wichtiger als Krieg - und FREIHEIT ein Ziel und die MENSCHENWÜRDE muss bewahrt bleiben!

"Die neue Lust am Denken" - Gerald Hüther im Gespräch

KriTheCo - Krisenintervention-Therapie-Coaching

Alexander Weindl

Praxis für Psychotherapie
Traumatherapie & Traumapädagogik
Kinder- und Jugendlichen-Coaching
Elternberatung
Auf der Grundlage des Heilpraktikergesetz
In Altötting seit 2011

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